Esther Chávez, Mitglied von Café Orgánico Marcala (COMSA)

Esther Chávez, produziert auch Natural
Esther Chávez, produziert auch Natural

Farm “Buena Mirada"

Größe der Farm: 3,85 Hektar

Gegründet: 2009

Kaffeesorten: Bourbon, Lempira und Ihcafé90.

Anbauhöhe: 1200 m

Klima: bewölkt

Verarbeitung: gewaschen (außerdem natural und honey)

Erntezeitraum: November bis März

Zertifizierung: DOP Café Marcala, Biolatina.

Lage: Gemeinde Morazán, Landkreis Marcala

 

Ich erzähle Euch meine Geschichte, die eng verbunden ist mit der meines Ehemannes, José Pompilio Pérez, weil wir, um in den Besitz unserer eigene Farm zu kommen, die Entscheidung fällen mussten, die Familie für 3 ½ Jahre zu trennen. Zum Beginn unserer Ehe pflanzte er Mais und Bohnen an, jedoch er hatte kein eigenes Land. So unternahm er die Anstrengung, ohne Papiere in den Norden zu migrieren, um dort das für den Landerwerb und die Kaffeeanpflanzung notwendige Kapital zu erwirtschaften.

Dort arbeitete er 12 Stunden täglich und wir hier, mein Sohn und ich, blieben allein und erhielten nur Unterstützung durch meinen Vater. Es war eine schmerzhafte Trennung, die aber letztendlich zu dem erhofften Ergebnis führte, dass wir heute unsere eigene Farm besitzen. Sein Marsch Richtung Norden war immer zeitlich begrenzt geplant gewesen; immer hatten wir den Wunsch, zusammen zu sein, um den Auftrag, unsere Kinder aufzuziehen und zu bilden, zu erfüllen.

In Honduras ist die Kaffeeproduktion dadurch gekennzeichnet, dass sie dazu beiträgt, die Familie zu integrieren, was wir in unserem Fall bestätigen können. Diese Integration haben wir dahin gebracht, dass alle Familienmitglieder, die eine Kaffeefarm haben, in Gemeinschaft zusammenarbeiten. Dies bedeutet, dass wir alle Aktivitäten in der Farm-Bewirtschaftung zusammen durchführen und dies auf alle Farmen der Familie.

Diese gemeinschaftliche Handlung wird nur im Moment der Ernte unterbrochen, da dann eine große Menge an Handarbeit benötigt wird, was bedeutet, dass jeder von uns sich um die Ernte des eigenen Kaffees in gesonderter Form kümmern muss, indem temporäre Erntehelfer unter Vertrag genommen werden. 

Unsere Träume haben sich teilweise erfüllt. Noch sind wir dabei, uns wirtschaftlich zu konsolidieren, um unser Wohnhaus bauen zu können. Wir haben bereits ein Grundstück und sind sicher, dass wir gemeinsam den Bau schaffen, insofern die wirtschaftliche Beschäftigung mit Kaffee uns die notwendigen Mittel bringt, um diesen Traum zu erfüllen, dass wir zusammen einen Besitz und Tradition haben, die wir unseren Kindern vermachen können.

 

Die Farm “Buena Mirada (Guter Ausblick)” liegt in der Gemeinde Morazán, Landkreis Marcala, Departement La Paz. Der Name bezieht sich auf das hübsche Panorama, das man von der Farm auf die benachbarten Gemeinden hat. Vor acht Jahren kaufte das Ehepaar    Esther Chavez und José Pompilio Pérez die Fläche, wo sich heute die Farm befindet. Es gab hier damals bereits sehr alten Kaffeepflanzen. Im Jahr 2013 entschieden wir uns, die Pflanzen nach und nach zu erneuern und vollständig auf organischen Anbau umzustellen.

Esther Chávez erinnert sich daran, dass sie bereits als kleines Mädchen ihre Leidenschaft für den Kaffeeanbau entwickelte. Bereits im Alter von vier Jahren begleitete sie ihren Vater bei der Aufzucht der Kaffeesaaten und kommentiert dazu: “Es machte mir viel Freude, die Setzlinge zu ziehen”. In diesen Jahren lernte sie viel über unterschiedliche Produktionspraktiken; z.B. nutzte ihr Vater bereits Kaffeekirschen und Hühnerkacke als Dünger.

Das erste Jahr der Farmbewirtschaftung war schwierig für das Ehepaar, denn Pompilio stammt aus einer Gegend im Departement La Paz, wo kein Kaffee angebaut wird und es v.a. Maisfelder Gemüsegärten gibt. Es fiel im schwer, diese landwirtschaftlichen Erfahrungen zu verändern und Kaffeeanbau zu erlernen. Jedoch gelang es ihm später, schnell den organischen Landbau zu lernen.

Esther ist seit 2005 Mitglied von COMSA. Seit fünf Jahren produziert sie gemeinsam mit ihrem Ehemann organische Dünger und Vergärungen.

 

 Stand Sommer 2017